Inkompatibel

Haben Sie eine Frau und ein Auto? Dann haben Sie ein Problem. Zumindest ist es bei mir so. Sicher sagen Sie jetzt, Frauen und Autofahren, das ist ein ausgelutschtes Thema.

Stimmt.

Aber genauso ausgelutscht sind die Hinweise meiner beifahrenden Frau auf eine Studie, die besagt, daß Frauen viiiieeeel seltener Unfälle bauen. Und wenn, dann meist ohne schlimme Folgen. Nun, über die besagte Studie wurden wohl schon alle Ehemänner der Welt informiert. Fragen Sie sie doch beim nächsten mal, um welche Studie es sich dabei handelt. „Äh, weiß nicht so genau…“, „Das hab´ ich ´mal in der ADAC-Zeitung gelesen…“. Ich persönlich habe die stete Hoffnung, an dem Tag, an dem man das Ungeheuer von Loch Ness aufgreift, hat es diese Studie gerade bei sich und wir nähern uns der Frage nach dem Sinn des Tempolimits ein ganzes Stück.

Daß Frauen harmlosere Unfälle bauen, kann ich, wenn ich die vergangenen zehn Jahre mit meinem Herzblatt Revue passieren lasse, subjektiv nur bejahen. Die These, das Verkehrsschild auf dem Marktkaufparkplatz sei von einem bösartigen Straßenarbeiter während des Ausparkens plaziert worden, konnte ich nie widerlegen. Die Beule im Kotflügel unseres Corsa hat dann ein Bekannter für sage und schreibe 40 DM repariert. Das schont den Geldbeutel.

Nun, so etwas passiert ihr mit unserem neuen Skoda nicht mehr. Mit einem Kombi, dazu noch bestückt mit frauenfeindlich lackierten Stoßfängern, findet sie es durchaus gerechtfertigt, in Würzburg an der Residenz auf den Busparkplätzen nach einer adäquaten Stellfläche zu suchen. Die Lücke, die ihr zuerst als zu klein erschien, bot nach dem Einparken wider Erwarten noch genügend Platz für einen Smart und ein Geländemotorrad.

Ein Dauerbrenner ist übrigens auch das Thema des richtigen Abstands auf der Autobahn. Mit dem gleichen Augenmaß, mit dem die Größe von Parklücken abgeschätzt wird, erhalte ich ständig fundierte Auskünfte über meine Distanz zum Vordermann. „He, der TÜV bei dem da ist schon abgelaufen“, oder „Halber Tacho, sagt die Straßenverkehrsordnung.“, werde ich von nebenan belehrt. „Na, so 14 cm dürfte der im Durchmesser schon haben“, kontere ich gelassen. Sitzt nun mein Bordcomputer selbst am Steuer, wundere ich mich nur über die Wutausbrüche ihrerseits, wenn auch der letzte Trabbi sich zwischen uns und den vorderen Wagen klemmt.

Aber was soll ich weiter schreiben? Ist dies nicht ein Thema, das die Welt nicht braucht? Letztlich hätte ich doch Angst vor der Stille, der Leere, wenn mich beim Fahren niemand kritisieren würde.

Bleibt nur die Frage, warum Männer überhaupt noch Unfälle bauen – bei solch kompetenter Unterstützung?

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