Millenium

Leider war ich verhindert, aber das liegt an Weihnachten. Geschenke für Cheesy besorgen und so (´ne neue Radarfalle wünscht er sich) …Und an der Silvester-Planung. Seit Monaten beschäftigt dieses Thema unseren Freundeskreis. Wie und wo? Und mit wem – was auch immer?

Die Entscheidungsfindung fiel natürlich leicht bei zehn harmonischen Holzköpfen. Die eine will in die Schweiz in eine einsame Berghütte – Motto: „Könnte ja sein, daß die Eieruhr nach zwölf nicht mehr läuft und da will ich dann wirklich nicht drinsitzen.“.

Der andere möchte nach Berlin, hey – Mucke auf´m Alexanderplatz und die Raketen, die die Punks in die Menge feuern, mit den Zähnen auffangen …

Jetzt fahren wir nach Dänemark. Unglaublich, oder? Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die überhaupt geöffnet haben, aber was soll´s.

Wir haben ein Luxus-Ferienhaus für zwölf Personen gebucht. Mit Whirlpool, Innenpool und Sauna. Alles drin. War auch gar nicht so leicht, so spät noch was zu kriegen.

Nur ein kleiner Haken ist an der Sache: Fünf Pärchen und vier Doppelbettzimmer. Zwei Zimmer haben Kojen-Betten. Nun könnte man davon ausgehen, daß bei so vielen Leuten mindestens eine Beziehung Auflösungserscheinungen hat und so keine Diskussion über die Besetzung der Stockbetten nötig wäre. Weit gefehlt! So ein Mann, wenn er auch inzwischen fett und häßlich ist, wärmt immer noch ganz gut die Füße. Und ein frischverliebtes Anfang-Dreißiger-Pärchen in dieses Zimmer zu stecken – ja, das kommt wohl einer Trennung siamesischer Zwillinge gleich.

Nun wird gelost – nein , nicht wer mit wem ins Bett muß sondern … Sie wissen schon. Jedoch noch weit komplexer ist die Gestaltung des Speiseplanes. Während eine schon mit einem Tütensuppen-Megadyn-Cocktail täglich glücklich wäre, möchten andere am liebsten junge Zwergkaninchen einführen, um dann möglichst frisches Fleisch auf den Tisch zu bringen.

Ein Auto allein hat einen Anhänger, der die Orangen für unseren selbst gepreßten Saft transportiert. Und müßten wir nicht die Nudelmaschine, den Spätzlehobel und die Joghurtmaschine mitnehmen, könnte glatt noch einer mitfahren. He, kann man Sauerkraut nicht auch selber stampfen?

Schon jetzt haben einige die Befürchtung, daß sie in dieser Woche für´s Spülen und Kochen solange in der Küche stehen wie im vergangenen Jahr zusammen.

Aber so schlimm wäre das auch nicht, denn – wir lieben uns alle.

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